Der Kiebitz bittet um Hilfe

04. April 2022 : Sichtbeobachtungen melden

Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt München bittet die Bevölkerung im Landkreis um Meldungen von Kiebitz-Sichtungen. War der Kiebitz einst ein häufig gesehener Brutvogel auf feuchten Wiesen, Weiden und Äckern in ganz Deutschland, ist der Vogel mit der markanten Färbung und den Schmuckfedern am Kopf heute bayern- wie deutschlandweit stark gefährdet. Nur noch zwischen 6.000 und 9.500 Tiere brüten in Bayern, Tendenz stark abnehmend. Im teils dicht besiedelten und überwiegend intensiv ackerbaulich genutzten Landkreis München gibt es nur noch sehr wenige bekannte Brutgebiete der Art. Zur Beurteilung der tatsächlichen Bestandssituation im Landkreis bittet das Landratsamt nun die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe. Ab sofort können Kiebitz-Beobachtungen, idealerweise inklusive Anzahl der festgestellten Tiere und Ort der Sichtung, per E-Mail unter naturschutz@lra-m.bayern.de an die Untere Naturschutzbehörde gemeldet werden.

Kiebitze kehren meist schon ab Februar aus ihren Winterquartieren nach Bayern zurück. Die Tiere fallen durch ihre unverwechselbare Flugakrobatik auf. Während der Balzflüge fliegen sie oft steil aufwärts, um sich dann kopfüber in die Tiefe fallen zu lassen und den Sturz erst kurz vor dem Boden abzufangen. Dabei ist der typische Balzruf „ki-witt“ zu hören. Gebrütet wird zwischen März und Juni auf offenem Feuchtgrünland, auf Äckern, Brachen oder Überschwemmungsflächen. Bis zu vier Eier legt das Weibchen in ein mit Gras ausgepolstertes Nest am Boden. Immer häufiger brüten die Tiere heute jedoch ohne Erfolg. Der Hauptgrund für den starken Rückgang des Kiebitzes liegt in der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung. Aber auch Spaziergänger mit freilaufenden Hunden können zum Problem werden.

Um den Kiebitz vor dem Aussterben zu bewahren, wurde gemeinsam mit Landwirten vor allem in den letzten Jahren in traditionellen Kiebitz-Brutgebieten Bayerns verstärkt nach Lösungen gesucht. Zur Bewahrung dieser besonderen Vogelart genügt die Erhaltung noch gut besiedelter Kerngebiete aber nicht. Auch kleineren Vorkommen abseits der klassischen Wiesenbrütergebiete kommt eine wichtige Rolle zur Bestandserhaltung zu. Bereits mit wenig aufwändigen Maßnahmen wie dem Belassen von vorübergehenden Brachflächen an nassen Stellen kann der Bruterfolg schon deutlich erhöht werden. Dort finden Kiebitze und ihre Küken nicht nur Brut- und Rückzugsmöglichkeiten, sondern auch Insekten. Zur Erhaltung von Gelegen können diese markiert und im Zuge der Bewirtschaftung umfahren werden. Der Mehraufwand wird durch die Naturschutzbehörde unbürokratisch entschädigt.

Landratsamt München
Pressestelle
Mariahilfplatz 17
81541 München

E-Mail: pressestelle@lra-m.bayern.de 
Internet: www.landkreis-muenchen.de

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis.

Diese Seite verwendet Personalisierungs-Cookies. Um diese Seite betreten zu können, müssen Sie die Checkbox bei "Personalisierung" aktivieren.