Klavierabend Diana Fanning

Plakat Konzert 24.04.2026

Musiksaal Brunnthal
Hofoldinger Str. 16
85649 Brunnthal

Erstmalig eine Komponistin mit dem Prix de Rome geehrt – früh verstorbene Frauen

Die Pianistin Diana Fanning konzertiert als Solistin und Kammermusikerin regelmäßig in vielen Ländern der USA und in England, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, Tschechien und Deutschland. In den vergangenen Jahren trat sie im Schloss Leopoldskron in Salzburg und auf Einladung der Internationalen Dvorak-Gesellschaft in Prag auf. Mehrmals ist sie im Musiksaal Brunnthal zu hören gewesen. Diana Fannings CD mit Werken von Janáček, Chopin und Debussy wurde von der Kritik in England und den USA begeistert besprochen. Sie ist als Klavierdozentin am Middlebury College in Vermont (USA) tätig.
Die französische Komponistin Lili Boulanger (1893-1918) gewann schon im Alter von 19 Jahren – und das als erste Frau! - den vom Pariser Conservatoire vergebenen Prix de Rome, der als wichtigster Kompositionspreis Europas gilt. Charakteristisch für ihre Trois Morceaux ist die Tiefe, mit der die volle Klangfülle der Klaviers ausgelotet wird. Ihre musikalische Sprache bleibt dabei immer nuanciert und der impressionistischen Harmonieschönheit verpflichtet. Während ihres kurzen Lebens von 24 Jahren schuf die Komponistin 50 geschriebene Werke.

Der beherrschende Zug in Leoš Janáčeks (1854-1928) Musik ist das kleine und prägnante Motiv, überaus knapp gefasst und rhythmisch sehr straff organisiert. Auf diesem beruht die Einprägsamkeit seiner Musik‘ (MGG). Villa Musica schreibt über Janáček: ‚Zu dem Zyklus Auf verwachsenem Pfade Buch I wäre zu bemerken, dass das Bestreben, Klavierzyklen als autobiographisches Bekenntnis zu schreiben, in der tschechischen Musik schon lange vor Janáček Tradition hatte. Mit o.g. Werk hat Janáček an dieses Vorbild angeknüpft. Außerdem müsste der Titel des Werks heißen:“Auf einem von Gras überwachsenen Pfad“. „Verwachsen von zartkleinem Klee ist mir zum Mütterchen der Pfad“ heißt es in einem mährischen Hochzeitslied - Janáček entlehnte das Bild der Volksdichtung.

Hier will der nun 50jährige Komponist beim Besuch seines Heimatdorfes den Spuren der Kindheit / Jugendzeit nachgehen. Schon die Titel der Stücke beschreiben, wie dabei seine Gedanken immer wieder um die schmerzliche Erinnerung an seine allzu früh verstorbene Tochter Olga kreisen. Sie beginnen in Nr.1 mit den Abenden, die er mit seiner Tochter verbringen durfte. Im 2.Stück sinniert er über ein „verwehtes Blatt“, das von Vergangenem kündet: ein durch und durch melancholisches Liebeslied. Auf ein Intermezzo (Nr.3), das kindliche Daseinsfreude ausdrückt, folgt die Nr.4 mit einer Wanderung von Vater und Tochter zur Frydecker Muttergottes. Diese Musik ist ganz vom Klang des Harmoniums aus gedacht. Nach Nr.5, einem „zwitschernden“ Kaffeekränzchen-Stück, wird die Bitternis der Enttäuschung mit Nr.6 „Es stockt das Wort“ spürbar. Nr.7 ist ein aus der Vergangenheit zurückgeholtes Nacht- und Schlaflied für die Tochter. Nr.8 beschreibt die Schattenseiten der Nacht; leises Weinen auf Grund der Vorahnung des unentrinnbaren Todes durchzieht dieses Stück. Diese Linie wird in Nr.9 weitergeführt und gipfelt in der Nr.10 mit dem Titel „Das Käuzchen ist nicht fortgeflogen“. Im Volksglauben galt der Kauz als Todesbote, sein Ruf als schlechtes Omen.‘

Claude Debussys (1862-1918) „Les fées sont d’exquises danseuses“ und „Les sons et les parfums tournent dans l’air du soir“ sind ganz besondere Beispiele der traumartigen, schimmernden und ätherisch anmutenden Klangwelt des Komponisten. „Minstrels“ dagegen verrät Debussys geradezu spitzbübischen Sinn für Humor. Darin lässt der Künstler die Atmosphäre eines Pariser Varietétheaters musikalisch erstehen, indem sich Trommelwirbel, Auszüge aus populären Liedern und Andeutungen der Scherze auf und jenseits der Bühne amüsant mischen.

Das Hauptwerk des Konzertabendes bildet abschließend Frédéric Chopins (1810-1849) mächtige Klaviersonate h-Moll op.58. Sie ist eines der bedeutendsten Klavierwerke des 19. Jh.s. Wolters schreibt: ‚Virtuosität, kraftvoll-stolze Haltung, schwärmerische Weichheit, edle Gesanglichkeit, Klang-Schönheit, brillantes Feuerwerk, glanzvolles Spiel und tiefer Ernst sind in dem Werk in herrlicher Weise vereinigt.‘ Ein Klanggenuss höchster Güte erwartet Sie.