Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger!

Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger!

Schon in der letzten Ausgabe habe ich berichtet, wie die Gemeinde sich auf einen möglichen Stromausfall oder andere Katastrophenfälle vorbereitet. Der Bund gibt für solche Fälle die Befehlskette per Gesetz vor: das Landratsamt München ruft zunächst den Katastrophenfall aus und koordiniert das Zusammenspiel der Behörden mit Gemeindeverwaltungen, Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehrkräften. Die Gemeinden bilden einen örtlichen Krisenstab, melden die örtliche Situation den vorgenannten Stellen, koordinieren Maßnahmen vor Ort und sind vor allem Anlaufstelle für Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger. Zunächst einmal möchte ich die Einschätzung des für Sicherheit zuständigen Bayerischen Innenministers Joachim Hermann und des Netzbetreibers Bayernwerk AG zur Wahrscheinlichkeit eines flächendeckenden Stromausfalls in Bayern wiedergeben: Sie ist für diesen Winter sehr gering, da die Atomkraftwerke im Betrieb bleiben und damit die bewährte Netzstruktur mit und zu den großen Stromerzeugern keine Mangelsituationen bescheren werden. Auch der Schutz vor Angriffen durch Cyberattacken auf Netzsteuerung und Stromerzeugung gilt als relativ sicher. Möglich sind aber immer noch Terroristen Anschläge auf Strommasten, Trafostationen etc. Mit diesem Restrisiko der Fremdeinwirkung ausgenommen, können wir eigentlich beruhigt in die nächsten kalten Wochen und Monate gehen.

Dennoch möchte ich Ihnen ein paar Infos an die Hand geben, was passiert und wie Sie sich zu verhalten haben, wenn der Strom tatsächlich ausfällt: Zunächst gilt für uns alle, dass im Falle einer solchen Lage, Ruhe zu bewahren und bedacht handeln, sich gegenseitig unter den Nachbarn und Freunden zu unterstützen. Für die Kommunikation steht nur noch rund 2 bis 4 Stunden lang das Mobiltelefon zur Verfügung. Das Festnetz geht sofort nicht mehr. Über ein mit Batterie betriebenen Radio werden Sie auf dem Laufenden gehalten und bekommen ggf. Verhaltensregeln an die Hand. Der Bayrische Rundfunk kann über Wochen ohne Strom Nachrichten senden. Die Sicherheitsbehörden können über autonomes BOS-Funknetz kommunizieren, worin das Landratsamt, die Feuerwehren und Polizei sich gegenseitig austauschen können. Darüber hinaus wird auch geprüft, ob noch Satellitentelefone angeschafft werden und wie die entsprechenden Telefonnummern lauten. Auch die gemeindliche Wasserversorgung wird 2 Wasserwerke und 2 Brunnen sicher zur Verfügung stehen, damit die Trinkversorgung als auch Hygiene gesichert ist, wie auch die Abwasserentsorgung durch freies Gefälle ohne Strom funktionieren wird. Wir haben ausreichend Treibstoff für Aggregate und Sicherheitsfahrzeuge eingelagert, um über viele Wochen durchhalten zu können und den Betrieb im Laufen zu halten. Für alle privaten Haushalte gilt es auch Vorsorge zu treffen: Vorräte an Lebensmitteln für mindestens drei bis vier Tage, sowie eine stromunabhängige Kochgelegenheit und auch aufgeladene Taschenlampen, Kerzen oder Gaslampen.

Die Feuerwehr wird nach Stromausfall erst einmal alle in der Gemeinde befindlichenn Aufzüge abfahren um alle darin befindlichen Personen zu befreien. Sollten sie in ihrem Haus gebehindert oder Bett- gebunden[KS1]  sein und nur über einen Treppenlift ins Erdgeschoss zur Küche und eigenen Versorgung gelangen, bitten wir sie um eine schriftliche Nachricht an die Gemeinde Brunnthal, damit wir frühzeitig über den hilfsbedarf informiert sind. Betriebe, KiTas und wohl auch die Schulen werden in einem solchen Katastrophenfall geschlossen beleiben. Falls Sie Hilfe oder Informationen brauchen, suchen Sie einen der gemeindlichen KAT(astrophen)-Leuchttürme auf. Diese sind der Sitzungssaal des Rathauses in Brunnthal und das Sportheim in Hofolding in der Turnhalle. Hier werden Feuerwehrleute mit Funkgerät und Erste-Hilfe-Ausrüstung als Melde und Informationspunkte zur Verfügung stehen. Auch die Brunnthaler Turnhalle wird dann öffnen und für besonders hilfsbedürftige Personen beheizt sein. Länger als 72 Stunden sollte der Stromausfall nicht dauern, so zumindest sehen es die getesteten Szenarien vor.

 

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats waren unter den Zuhörern viele besorgte Eltern aus dem Kinderhaus Gänseliesl. Dort werden drei Kindergarten- und eine Kinderkrippengruppe betreut. Durch die starke Fluktuation und Abwanderung von Kinderbetreuungspersonal in diesem Kinderhaus ist der Betrieb in den letzten Wochen sehr stockend gewesen und die Befürchtung, dass die KiTa schließen könnte, machte die Eltern unruhig. Hinzu kam, dass die anfängliche Kommunikation zwischen dem Betreiber und den Eltern optimierbar war, was wiederum auch zu Mutmaßungen und Unruhe sorgte. Derzeit läuft ein Übergangsbetrieb mit dem Zusammeziehen von AWO-Einrichtungen und Personal, um die Kinderbetreuung bestmöglich zu gewährleisten. Kinderkrippe und Kindergarten werden teilweise gemeinsam betreut um die Personalressourcen zu bündeln und optimal auszunutzen und Krankheitsfälle besser bewältigen zu können. Gleichzeitig werden Mitarbeitende von anderen Einrichtungen verlegt und natürlich neue nun auch mit Radiowerbung angeworben. Der Personalmangel an Kinderbetreuungskräften ist aber nicht nur hier schon seit Jahren ein schwieriges Unterfangen, sondern im ganzen Landkreis sind wohl 400 Stellen offen. Gerade für die Schulvorbereitung ist eine Kinderbetreuung aber in jedem Fall wichtig und Aufgabe der Gemeinde, die über die Träger von AWO, Caritas, Fortschritt und Waldorf erfüllt werden müsste. Der Personalmangel führt schon im September zu einer Warteliste an betroffen Kindern, sollte mit neuem gerade in Bau befindlichen Kinderhaus und Träger Fortschritt abgearbeitet werden und darf sich nicht weiter verschärfen. Ich hoffe aber sicher, dass mit der neuen Leiterin im Kinderhaus Gänseliesl auch wieder ein Aufbruch und frischer Wind kommt und sich ein neues Team bilden kann und die Betreuung unserer Kinder sicher funktioniert.

Mit 16 zu 5 Stimmen hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung Anfang November für die Ausweisung von Freiflächen für Photovoltaik ausgesprochen und damit ein öffentliches Bauleit-Verfahren eröffnet. Am Ortseingang im Süden von Brunnthal werden östlich und westlich der Hofoldinger Straße jeweils etwa vier Hektar ausgewiesen, auf denen rund 8 MW Spitzenleistung  mit einen jährlichen Ertrag von über 8.500.000 kWh entstehen könnten, was bilanziell einer Deckung von rund 5 % des aktuell benötigten Strombedarfs in der Gemeinde entsprechen würde. Leider waren Standorte wie z.B. entlang der Autobahn oder in der Rodungsinsel Englwarting wegen der fehlenden Zustimmung der Eigentümer ausgeschieden, obwohl die für das Landschaftsbild wohl besser geeignet wären. Voraussetzung für eine solche große Stromerzeugung ist auch immer die Einspeisung ins überörtliche Stromnetz, mit einer begrenzten Länge zum Einspeisepunkt und der Zusage des Netzbetreibers, dass überhaupt eine derartige Einspeisung technisch verträglich ist. Somit können auch für das Landschaftsbild gute geeignete Staondorte aus technischen Gründen ausscheiden.  Grundsätzlich ist eine PV Anlagen im Baurechtlichen Sinne unbedenklich für die Wohnbebauung auch direkt auf dem Hausdach verträglich und sogar wünschenswert. Das Landschaftsbild soll über eine breite Eingrünung geschützt werden, die auch für die Flora und Fauna eine Bereicherung darstellen, gegen Errosion, als Windabtrag von Mutterboden wirken soll. Die Freiflächen-PV-Anlagen sollen aber in jedem Fall eine Bauplatzgröße Mindestabstand von jeder Wohnbebauung haben, und von einer geschlossenen Ortsrandgrenze sogar 50 Meter  Abstand halten, um vor allem für letzteren auch eine städtebauliche Entwicklung in der mittleren Zukunft zu ermöglichen. Am Südrand von Brunnthal haben sich vorgelagerte Hauseigentümer mit 20 m Abstand nicht einverstanden erklärt und wollen den Ausblick aufs Feld weiter genießen und befürchten schädlichen Emissionen, die sie wohl im Bauleitverfahren noch genauer benennen werden. Der Gemeinderat ist jetzt zumindest in das öffentliche Verfahren gegangen, damit die Allgemeinheit überhaupt von der Planung zur Enerigewende erfährt. 5 Räte wollten schon vor Eröffnung des Verfahrens im Hinblick auf das Landschaftsbild, auf Ärger mit Anliegern und dem Entzug der Flächen für die Landwirtschaft schon grundsätzlich nicht ins Bauleitverfahren gehen.  Als Auflage zum Argument des Flächennutzung für Energie statt Nahrungsmittelerzeugung muss erwähnt werden, dass sie Flächen unter den PV-Paneelen extensiv bewirtschaftet werden: Schafe, Hühner oder Gänse sollen dort eingerahmt von einem dichten Grünstreifen die Flächen beweiden. Und noch eine Bitte an Sie als Hauseigentümer: Auch wenn die Beschaffung von privaten PV-Anlagen derzeit schwierig ist, halten Sie diese Investition weiterhin im Auge.

Ein weiteres Klimaschutz-Projekt ist die avisierte Gründung einer ARGE Wärmewende zusammen mit den Nachbargemeinden Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Hohenbrunn. Ziel ist es, alle kommunalen Liegenschaften und interessierte private Haushalte von Ölheizung auf regenerative Wärmeerzeugung umzustellen. Zunächst soll dies eine Hackschnitzelanlage mit BHKW sein, später dann, etwa 2032 Geothermie aus Sauerlach oder Kirchstockach. Ernüchternd war die Befragung der Haushalte an der Münchner und Otterloher Straße, die an dieses zentrale BHKW angeschlossen werden: Von den 60 befragten zeigten nur 25 % der privaten Haushalte Interesse an einem Anschluss. Nichtsdestotrotz soll für  das Vereinsheim Brunnthal, die Grundschule, dem neu zu bauenden katholischen Kindergarten und Rathaus Brunnthal die Planung eine Hackschnitzelwerkes und Leistungsnetz im Brunnthaler Norden begonnen werden. In Zukunft können nicht nur diese Liegenschaften sonder auch private Haushalte mit regenerativen Wärme versorgt werden. Die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Gemeinden gewährleistet uns Synergieeffekte beim Bau der Wärmeleitungen und Trassen, des zentralen BHKW u.v.m.

Ein großes Dankeschön geht an die Frauenunion Brunnthal: Sie hat Verschönerungsvorschläge für unsere Gemeinde erarbeitet. Die wirklich gelungenen Vorschläge werden zunächst im Kleinen umgesetzt: die Begrünung der Gemeindeteile Brunnthal, Hofolding und Otterloh. Dafür werden im kommenden Haushalt 25.000 Euro bereitgestellt. Die Idee, den Vorplatz des Rathauses mit großflächigerem Pflaster fußgängerfreundlicher zu gestalten und das Hofoldinger Kriegerdenkmal mit einem Brunnen zu ergänzen, werden aus kostentechnischen Gründen erst einmal zurückgestellt. Aber interessant sind diese Vorschläge allemal!

Ich wünsche Ihnen eine ruhige Adventszeit, fröhliche Weihnachten und besinnliche Feiertage!

Ihr Stefan Kern

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