Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger!

 

Die auf dem Gelände des Kieswerks bestehende Kompostieranlage in Kirchstockach soll eine andere Nutzung bekommen. Das hat die Eigentümerfamilie beantragt und Planungen der Heinrich und Luise Kraft Stiftung für ein Zentrallager mit Verwaltungsräumen im Gemeinderat vorgestellt. So soll auf dem Gelände ein Lager für Baustoffe mit rund 20.000 qm Grundfläche und 12 m Höhe entstehen. Die neue Halle würde die bestehende Halle samt nebenliegender Fläche der Komposthaufen ersetzen. Diese Planungen hätte den angrenzenden Bürgern von Neukirchstockach in einer Informationsveranstaltung am Samstag den 8. Mai vor Ort vorgestellt werden sollen. Dieser Termin musste aus Gründen des Infektionsschutzes vom Gesundheitsamt aber abgesagt werden. Als positive Erwartung könnte der Lieferverkehr für die Kompostieranlage entfallen und würde durch strukturierteren und etwas geringeren Verkehr ersetzt werden. Das Gebäude soll sowohl auf dem Dach eingegrünt werden als auch an den Fassaden, sodass ein ökologischer Lebensraum für Pflanzen und Insekten geschaffen wird und auch das Mikroklima wird durch Verdunstung der Pflanzen im Sommer positiv beeinflusst. Der Aufsichtsrat Vorsitzende der Stiftung Dr. Harald Mosler erklärte, dass schon jetzt der Umstellungsprozess auf elektrische Fahrzeuge der firmeneigenen Fahrflotte begonnen hat und die Bewegungsprozesse innerhalb des Geländes der Firma vollständig elektrisch ablaufen und deren Stromerzeugung durch eigene Photovoltaik auf dem Dach des Gebäudes gedeckt wird. Der Gemeinderat hat bei der Vorstellung klargemacht, dass die Emissionen des Lieferverkehres wesentlicher Prüfstein der Bauleitverfahren sein werden. Positiv bewertete der Rat den Entfall der Geruchsbelästigungen der Kompostieranlage als auch die Schallemissionen beim Schreddern von Ästen und Emissionen beim Umsetzen der Mieten, die je nach Windrichtung verschiedene Nachbarn belastet. Zudem soll langfristig der Lieferverkehr für das ganze Kieswerksgelände über eine neue Zufahrt von der Rosenheimer Landstraße (St2078) aus dem Südosten zum Knoten der Anbindung Höhenkirchen und Luitpoldsiedlung erfolgen. Damit wird der Lastverkehr von der Taufkirchner Straße weggeleitet und entlastet die Anwohner. Die Planungen an der Staatsstraße werden vom Bayerischen Verkehrsministerium wohlwollend begleitet und Ministerin Kerstin Schreyer hat uns ihre Unterstützung zugesagt, sofern die Interessen des Landkreises München sowie der beiden betroffenen Gemeinden Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Hohenbrunn, u.a. wegen der Zufahrt zur MUNA und dem neuen Gewerbegebiet berücksichtigt bleiben. An diesem Kreuzungsbereich hat es schon einige schwere Unfälle gegeben, so dass auch ein Interesse seitens des Freistaats gibt, hier eine sicherere Verkehrsführung zu schaffen. Wie es mit der Biomüllvergärungsanlage weitergeht, steht im Moment noch nicht fest. Der Landkreis München hat schärfere Auflagen zum Schutz der Wassergewinnung Hohenbrunn auferlegt bekommen und überlegt deshalb die Anlage aus dem Wasserschutzgebiet zu verlegen oder sogar an einen völlig anderen Standort zu situieren. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 12. Mai von diesen Überlegungen Kenntnis genommen und tritt nun in den Dialog mit den Bürgern ein um die Chancen und Risiken für alle abzuwägen.

 

Die Gemeinde Sauerlach und einige Bürger wenden sich im Wasserrechtsverfahren um den Otterloher Brunnen heftig gegen die Festsetzung der zukünftigen Wasserschutzzone für diesen Brunnen. Der neue Brunnen wird nach Süden verlegt, damit der bestehende Brunnen und sein Schutzgebiet des zuströmenden Wassers nicht mehr direkt durch den Ort Sauerlach, also unter Öllagerung aller privaten Ölheizungen, den Tankstellen und der Geothermieanlage zu liegen kommt. Das zuströmende Wasser durch den Ort Sauerlach stellt ein hohes Gefährdungsrisiko für unser Trinkwasser und unsere Gesundheit dar und hätte auch hohe Auflagen für die Gemeinde Sauerlach zufolge. Bei der Ausweisung von Neubaugebieten müsste auf den Verlauf der Wasserschutzzone Rücksicht genommen werden und auch die Sauerlacher Landwirte bekämen Auflagen für die Bestellung ihrer Felder. Das neue, von uns geplante Wasserschutzgebiet liegt aber ganz wesentlich im Wald und tangiert weder bebaute noch landwirtschaftliche Fläche. Auch die geplanten Windkraftanlagen liegen nicht in dieser Wasserschutzzone, sondern in der bestehenden aus dem Faistenhaarer Brunnen. Im neuen Schutzgebiet sind Windkraftanlagen unter besonderen Auflagen hinsichtlich Getriebeöl möglich. Das Sauerlacher Rathaus wirft der Gemeinde Brunnthal wirtschaftliche Interessen zur Verlegung des Brunnens vor, obwohl dadurch erst Kosten entstehen um hohe Versorgungssicherheit und hohe Qualität mit Wasser zu sichern. Wir haben uns ganz bewusst für zwei unabhängige Wassergewinnungsgebiete entschieden. Wasser als immer kostbareres und knapper werdendes Gut ist unser aller wichtigstes Lebensmittel und verdient entsprechenden Schutz. Im Haushalt spiegelt sich diese Priorität deshalb mit über vier Millionen Euro Kosten wieder, um die Wasserversorgung für unsere Gemeinde für die nächsten 50 bis 100 Jahre zu sichern. Wesentliche Überlegung dabei ist, dass mitten durch unser Gemeindegebiet die Autobahn A8 verläuft, die bei einem fatalen Unfall aber auch durch die dauerhaften Einträge in den Boden das Wasser verschmutzen könnte. Mit einem zweiten Brunnen, dessen anströmendes Wasser dadurch nicht belastet wird, war ein ganz wichtiger Gesichtspunkt für die teure Brunnenentscheidung und dient zudem der Versorgungssicherheit.

Der Schutz des Wassers und unserer Gesundheit sollte über wirtschaftlichen Interessen von Waldbauern oder Wachstumswünschen der Nachbargemeinde stehen. Denn es ist völlig legitim und immer wieder umgesetzt worden, dass das Wasserschutzgebiet einer Gemeinde über die Flur einer anderen Gemeinde läuft. Entsprechend werden die Sauerlacher Einwendungen wohl kaum Aussicht auf Erfolg haben und die Untere Wasserschutzbehörde unserem Antrag stattgeben. Außerdem ist die Planreife bereits festgestellt und das zukünftige Wasserschutzgebiet auch in regionalen Nutzungsplänen dargestellt.

Sehr ärgerlich sind die öffentlichen Kommentare und Stellungnahmen von offizieller Sauerlacher Seite zu unserem Ansinnen. Sie sind teilweise sogar widersprüchlich und vor allem nicht zutreffend. Das kann die Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde auch in Fragen des Gymnasiums-Neubau im Zweckverband weiterführender Schulen im südlichen Landkreis München belasten. Wir werden sehen!

Aber es gibt auch jede Menge gute Nachrichten! Unsere Gemeindebücherei Brunnthal ist um ein sehr interessantes Projekt reicher geworden. Das engagierte Büchereiteam hat das Projekt Filmfriend gestartet. Es ist eine Art Streaming für Büchereimitglieder. Über 2.800 niveauvolle Filme, die teils von europäischen Filmfestivals ausgezeichnet worden sind, stehen hier den Mitgliedern ab sofort zur Verfügung.

Des Weiteren hat die Gemeindebücherei Lesepatenschaften im Angebot. Sie vergibt dabei Lizenzen für Kinder, die gerade lesen lernen. Durch spielerische Tests und Quizfragen wird das Leseverständnis überprüft. Der Wettbewerb ist ein Anreiz für die Kinder untereinander, sich immer wieder den Büchern zuzuwenden.

In den letzten Wochen hat es Änderungen in der Zusammensetzung des Gemeinderats gegeben. So ist Ulla Gocke ausgeschieden. Sie war zuletzt als gewählte CSU-Gemeinderätin aus der Fraktion ausgeschieden und hat sich der UBW angeschlossen. Ihr folgt jetzt Peter Sachs, der schon einmal für die CSU-Fraktion im Gemeinderat gearbeitet hat und hier auch wieder seine Ämter übernehmen wird. Mit seiner Wahl hat die CSU-Fraktion drei Sitze im Rechnungsprüfungsausschuss und vier Sitze in den anderen Ausschüssen. Bei der Fraktion Bündnis90/Die Grünen hat es einen Wechsel hin zur UBW-SPD-Fraktion gegeben. Karin Beck hat sich dieser Fraktion angeschlossen, so ändert sich die Sitzverteilung im Rechnungsprüfungsausschuss auf zwei Sitze für die UBW-SPD-Fraktion und weiterhin zwei Sitze in den anderen Ausschüssen.

Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger, Corona lässt langsam locker und so erwarten wir voller Freude die Öffnung der Außengastronomie. Genießen sie diese wiedererlangte Freiheit sich moderat zu treffen und unterstützen sie die örtlichen Betriebe, die jetzt zu lange schwer getroffen waren, damit sie diese wirtschaftlich überleben können. In diesem Sinne genießen Sie die Sonne und den beginnenden Sommer!

Ihr Stefan Kern

 

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