Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger!

Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger!

 

Das Thema Verkehr beschäftigt uns in der Verwaltung und im Gemeinderat schon lange und ständig, derzeit ist die Verkehrssituation in Faistenhaar an der Kreuzung zwischen Altwirt und
Pfarrer-Alt-Platz im Fokus.

Schon im Jahr 2006 haben wir ein Verkehrsgutachten im Zuge der städtebaulichen Planung in Faistenhaar im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan östlich der Miesbacher Straße beauftragt. Die tägliche Verkehrsbelastung der Staatsstraße St 2070 (Ayinger-/Faistenhaarer Straße) ist nicht nur durch Lärm und Abgase eine Belastung für die Anwohner, sondern auch die Ursache für schwere Unfälle: Wochentags ist die Straße vor allem morgens und abends stark frequentiert. Am Wochenende kommt es dann vor allem auf der Nord-Süd Achse durch den Ausflugs- und Ferienverkehr zum Stau in Faistenhaar, der als Umgehung bei Stau auf dem Autobahnkreuz Süd regelmäßig wiederkehrend erzeugt wird. Dann stehen die Fahrzeuge von Höhenkirchen kommend bis zur Waldstraße, von Süden kommend bis Kleinkarolinenfeld. Oft sind auch die Seitenstraßen belastet, weil der eine oder andere Fahrer meint, über die kleinen Straßen ginge es schneller. Eine Überplanung des staatlichen Straßenbauamtes hat zwei Kreuzungslösungen vorgeschlagen: Einen Kreisverkehr mit 30 m Durchmesser oder eine bedarfsgesteuerte Lichtsignalanlage.

Die gängige Lösung an dieser Staatsstraße, wie in Sauerlach, ist der Kreisverkehr weil sich hier die Verkehrsströme bei den unterschiedlichen Verkehrsbelastungen selbst regeln und ständiger Verkehrsfluss möglich ist,  keine Rotphase aus allen Richtungen gibt, wie bei einer Ampel nötig ist. Was ist schlimmer bei Zeitdruck als an einer roten Ampel zu stehen, wenn aus der anderen Richtung keiner kommt?  Doch der Bau des Kreisverkehrs ist deutlich teurer mit gleicher Verkehrswirkung und erfordert vor allem einen Eingriff in den Pfarrer-Alt-Platz im südlichen und westlichen Bereich, wo unter anderem auch die Bäume und das Kreuz stehen. Die Mehrkosten gegenüber einer Ampel wurden auf mindestens 250.000 Euro oder höher beziffert. Rein fachlich bewertet das Straßenbauamt den Bau eines Kreisels bei gleicher Verkehrswirkung damit als unwirtschaftlich, womit die Gemeinde wohl diese Mehrkosten hätte tragen müssen. Der Gemeinderat vertrat aber mehrheitlich ganz überwiegend die Auffassung, dass der schwere Eingriff für den Kreisverkehr in den schönen Dorfplatz nicht vertretbar ist, da hier schönen Veranstaltungen wie Maibaumaufstellen, weihnachtliches Glühweintrinken, Künstlermarkt, und Vatertags Feier der Raum genommen wird. Aus dem Gremium kam auch noch das schwerwiegende Argument der höheren Sicherheit für die Kinder und Fußgänger aus dem südlichen Bereich auf dem Weg zum Bus, zum Sportplatz oder Spielplatz an der Ampel besser queren können. Daher hat sich der Gemeinderat klar für den Bau einer Ampelanlage entschieden. Die Vorplanung soll nun vom Straßenbauamt in eine Ausführungsplanung vorangebracht werden und dann die Finanzierung durch Freistaat und Landkreis entsprechend der Zuständigkeiten geklärt werden. Sobald diese vereinbart ist, kann die Ausschreibung und der Bau erfolgen, was aber wohl noch mindestens 2 Jahre dauern wird.

An anderer Stelle haben wir allerdings weiterhin unruhige Zeiten zu erwarten. Der Krieg in der Ukraine hat weitreichende Auswirkungen für uns alle. Wir helfen den Flüchtenden, wo wir nur können, insbesondere hier in unserer Gemeinde sind viele sehr engagierte Bürgerinnen und Bürger aktiv, um die Integration der Menschen zu unterstützen. Sobald die Familien und Kinder hier bei uns gemeldet sind, besteht nach 90 Tagen Schulpflicht. Obwohl es ein offenbar sehr gutes digitales Unterrichtssystem von der Ukraine aus gibt, müssen sie dann in das Schulsystem vor Ort integriert werden. Finanziell steht den gemeldeten Flüchtlingen die Grundsicherung zu. Problem bleibt die insgesamt angespannte Wohnsituation im Raum München, die teilweise mit Hilfe einiger Bürgerinnen und Bürger kurzfristig gelöst wurde und ihre Türen geöffnet haben. Aber schon vor Ostern die schnelle Hilfe nicht mehr dauerhaft bereitgestellt werden konnte oder wollte. Bitte bedenken Sie, wenn Sie Menschen aus der Ukraine aufnehmen: Aller Voraussicht nach wird der Krieg noch länger andauern bzw. eine Rückkehr in die Heimat wird nicht so ohne weiteres möglich sein, denn viele Häuser und ganze Städte sind zerstört. Leider haben wir im Moment die Situation, dass Familien aus ihren Unterkünften wieder ausziehen müssen, weil die Gastgeber in den Urlaub fahren oder andere Spannungen den Aufenthalt der Gäste im Haus nicht mehr möglich macht. Mit dieser Hilfe ist leider niemandem geholfen. Damit werden die selbst ins Haus geholten Flüchtlinge obdachlos und die Gemeinde ist zur Unterbringung zuständig. Theoretisch könnte die Gemeinde in diesen Fällen wieder eine Einweisung in den zuvor genutzten Wohnraum anordnen, aber damit wird die Situation für alle kaum verträglicher.

Mein Dank geht an alle, die helfend die Flüchtlinge unterstützen. Vielen Dank auch an alle Hilfsangebote und Spendensammlungen und -eingänge. Es zeigt sich eine gute kulturelle Verträglichkeit und schnelle Selbstständigkeit, wenn die Sprachbarrieren überwunden sind. Die VHS Sauerlach bietet hierzu auch zwei Deutschkurse im Rathaus Brunnthal und Bücherei Hofolding an und die Kinder werden in der Schule sehr bald integriert sein. Damit sind die Sprachbarrieren erfahrungsgemäß bald kein Thema mehr. Ansonsten stellt sich im Moment nur noch die dauerhafte Wohnungsunterbringung als Aufgabe, denn unsere Gäste hier sind schnell autark. Das kann sich natürlich schnell wieder ändern, denn der Strom der Flüchtlinge bei verschärfenden Kriegshandlungen wird weiterhin auch zu uns führen.

Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Mai, kommen Sie zum Aufstellen des Maibaums, endlich können wir wieder feiern und unser „normales“ Leben mit allen Traditionen genießen!

Ihr Stefan Kern

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